Die Idee

Alles begann damit, dass ich am 03.10.2016 meiner Arbeitskollegin und meinem Arbeitskollegen mitteilte, dass ich noch exakt 1.000 Tage brutto arbeiten muss. Die Frage, wie ich diesen Termin ermittelt hätte, konnte ich dadurch beantworten, dass ich am Computer mit Microsoft Excel die Differenz zwischen dem anvisierten letzten Arbeitstag und heute ermittelt hätte. Schon lange vorher hatte ich mich für die abschlagsfreie Rente mit 63 entschieden, wobei ich aufgrund der Stichtagsregelung 6 Monate mehr machen muss, so dass mein letzter Arbeitstag der 30.06.2019 sein wird.

Sofort nach der Eröffnung kamen die Fragen, was ich denn mit dann sehr viel mehr Freizeit anfangen würde. Auf meine unvorbereitete Erklärung, dann endlich meine riesige Briefmarkensammlung zu ordnen, kam sofort der Kommentar, dass dies nur einige Monate dauern würde. Meine Erläuterung, dass ich seit über 30 Jahren alle aktuellen Marken im Abo erhalte, wobei die Lieferungen noch unausgepackt gelagert sind und dass ich zusätzlich sämtliche Briefmarken von Kuverts ausschneide, die ich in die Finger bekomme und auch diese Marken unsortiert lagern, nützte da nichts. Sonst fiel mir nur noch ein, dass ich hoffe, dann allein schon aus Langeweile viel mehr Zeit im Garten verbringen würde. Das reichte alles nicht aus, meine zukünftige Dauer-Freizeit auszugleichen.

Durch irgendeinen Zufall fiel mir dann das Buch von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg" in die Hände. Da es interessant geschrieben war, hatte ich es schnell durchgelesen und es keimte der Wunsch auf, auch den Jakobsweg zu versuchen. Einige Recherchen mit Google ergaben dann das Bild, dass es sehr viele Wege, die als Jakobsweg bezeichnet werden, gibt. Die relativ kurzen Wege ab Westfrankreich fand ich von vorn herein für mich nicht geeignet. Es musste schon etwas wirklich großes sein. Mein Entschluss lautete daher, dass ich für das Projekt "Jakobsweg" die Strecke von Köln nach Santiago de Compostella nehmen würde und diese Strecke wenn eben möglich in einem Rutsch laufen möchte. Also über 2.000 km in rund 100 Tagen. Köln deshalb, weil ab dort ein Jakobsweg ausgeschildert ist. Als Beginntermin peile ich das Frühjahr 2020 an.

Aus dem Buch hatte ich erfahren, dass rund 20 km täglich für einen ungeübten Wanderer gerechnet werden. Ich wollte natürlich etwas vorbereitet das Projekt angehen, damit auch deutlich größere Tagesetappen kein Problem darstellen. Eine Kollegin lieh mir dann das Video zum Buch, welches ich mir sofort ansah. Leider kam im Video nur sehr undeutlich zum Ausdruck, dass einige Strecken sehr beschwerlich sind und auch die Zimmersuche immer wieder ein Problem sein kann. Hier war das Buch eindeutig besser. Für die Beschreibungen im Buch und die Darstellungen im Video musste ich bedenken, dass seitdem einige Jahre vergangen sind und sich daher vieles geändert haben kann.

Weitere Recherchen im Internet und weitere Gespräche mit Freunden und Bekannten führten dazu, dass ich jetzt doch ab Daheim starte will, also nochmal rund 250 km mehr. Problem: von meiner Wohnung bis Osnabrück gibt es keine gut ausgeschilderten Wanderwege, nur einige Etappen dazwischen. Als Lösung bieten sich hier aber die ausgeschilderten Radwanderwege an. Ab Osnabrück zeigt mir dann die Jacobsmuschel hoffentlich ständig den richtigen Weg. Im Internet finden sich für jedes Teilstück und viele Zwischenziele die genauen JPS-Koordinaten. So dass mein Handy-Navi zur Kontrolle völlig ausreichen wird.

Mein derzeit geplanter Wanderverlauf (ca. 2.700 km): Meppen - Osnabrück - Dortmund - Kön - Aachen - Lüttich (Belgien) - Olloy-sur-Viroin (Belgien) - St. Quentin (Frankreich) - Paris - Chartres - Tours - Bordeaux - St. Jean Piet-de-Port (hier treffen 3 große Jakobswege aufeinander!) - Puente la Reina (Spanien) - Burgos - Leon - Santiago de Compostela. Geplant sind nur 2 Etappen, wovon ich die Deutschland-Etappe möglichst in der 2. Jahreshälfte 2019 laufen möchte.



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